Schwedt verliert direkte Bahnverbindung nach Berlin – ab Dezember ist Umsteigen Pflicht
Schwedt (Uckermark). Für Pendler, Schüler, Berufstätige und andere Reisende aus Schwedt endet im Dezember eine langjährige direkte Verbindung in die Hauptstadt. Der Regionalexpress RE3, der bislang im Zwei-Stunden-Takt ohne Umstieg von Schwedt über Angermünde und Eberswalde nach Berlin fährt, soll Schwedt künftig nicht mehr direkt bedienen.
Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 wird der RE3 stattdessen stündlich von Stralsund über Prenzlau, Angermünde und Eberswalde nach Berlin und weiter in Richtung Lutherstadt Wittenberg beziehungsweise Jüterbog fahren. Den Abschnitt zwischen Schwedt und Angermünde übernimmt vollständig die Regionalbahn RB61. In Angermünde soll ein gesicherter Anschluss zum RE3 in Richtung Berlin bestehen.
Damit verändert sich die Reise vor allem für diejenigen, die bisher die direkte Verbindung nutzen. Statt in Schwedt einzusteigen und bis Berlin sitzen bleiben zu können, gehört künftig ein Zugwechsel in Angermünde zur Fahrt dazu. Das Land betont allerdings, dass Schwedt weiterhin regelmäßig an Berlin angebunden bleibe und sich die Reisezeit insgesamt nur geringfügig verändern solle.
Land verweist auf deutlich höhere Nachfrage Richtung Ostsee
Als einen Grund für die Neuordnung nennt das Infrastrukturministerium die unterschiedliche Auslastung der Strecken. Nach Angaben des Landes sind zwischen Schwedt und Angermünde täglich rund 1.300 Fahrgäste unterwegs. Auf der Strecke in Richtung Prenzlau und Ostsee liege die Zahl dagegen bei mehr als 4.000 Reisenden pro Tag. Mit dem neuen Konzept soll deshalb insbesondere die stark nachgefragte Verbindung zwischen Berlin und Stralsund verbessert werden.
Für Reisende Richtung Ostsee bringt der neue Fahrplan damit einen deutlichen Vorteil: Der RE3 soll zwischen Stralsund, Angermünde und Berlin künftig durchgehend im Stundentakt verkehren. Dafür verliert Schwedt jedoch seine bisherige zweistündliche Direktverbindung nach Berlin.
Deutlicher Protest in Schwedt
In Schwedt sorgt diese Entscheidung seit Monaten für Widerstand. Bereits im April gab es eine Protestaktion, außerdem wurde eine Petition zum Erhalt der Direktverbindung gestartet. Inzwischen haben mehrere Tausend Menschen die Forderung unterstützt. Stadtverwaltung, Kommunalpolitik und Bürger befürchten, dass der zusätzliche Umstieg die Attraktivität der Bahnverbindung verringert und besonders ältere Menschen, Pendler sowie Reisende mit Gepäck, Fahrrädern oder Kinderwagen belastet.
Beim Bürgerdialog am Schwedter Bahnhof am 24. August bekam Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach den Unmut unmittelbar zu spüren. Seine Erklärung, dass der Fahrplanwechsel nicht mehr zurückgenommen werde, weil die Verkehrsleistungen bereits verbindlich bestellt seien, stieß bei zahlreichen Teilnehmern auf deutlichen Widerspruch und Buhrufe.
Crumbach verteidigte die Entscheidung dennoch. Aus Sicht des Ministeriums werde Schwedt nicht von Berlin abgehängt. Die Verbindung bleibe bestehen – allerdings künftig mit Umstieg. Dass genau dieser Zugwechsel für viele Menschen ein Problem darstellt, räumte der Minister selbst ein. Sollte es im Betriebsablauf notwendig sein, könnten Anschlusszüge in Angermünde nach seinen Angaben gegebenenfalls auf Reisende warten.
Kritik an den Fahrgastzahlen
Auch die vom Ministerium genannten Fahrgastzahlen werden vor Ort kritisch gesehen. Einige Pendler weisen darauf hin, dass bereits heute Menschen aus Schwedt mit dem Auto nach Angermünde fahren und dort in den Zug Richtung Berlin steigen. Als Grund werden unter anderem Probleme mit Anschlüssen und der Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs genannt. Aus Sicht der Kritiker könnten die tatsächlichen Bedürfnisse der Schwedter Bevölkerung deshalb größer sein, als es die reinen Fahrgastzahlen auf dem Abschnitt Schwedt–Angermünde vermuten lassen.
Für die Landesregierung überwiegen dennoch die Vorteile des neuen Gesamtkonzepts. Der stündliche RE3 zwischen Stralsund und Berlin soll mehr Kapazität und einen übersichtlicheren Fahrplan auf der stark genutzten Nord-Süd-Verbindung schaffen.
Für Schwedt bleibt dagegen ein deutlicher Einschnitt: Ab dem 13. Dezember 2026 ist die direkte Zugfahrt nach Berlin Geschichte. Wer in die Hauptstadt möchte, muss künftig in Angermünde umsteigen.
Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 wird der RE3 stattdessen stündlich von Stralsund über Prenzlau, Angermünde und Eberswalde nach Berlin und weiter in Richtung Lutherstadt Wittenberg beziehungsweise Jüterbog fahren. Den Abschnitt zwischen Schwedt und Angermünde übernimmt vollständig die Regionalbahn RB61. In Angermünde soll ein gesicherter Anschluss zum RE3 in Richtung Berlin bestehen.
Damit verändert sich die Reise vor allem für diejenigen, die bisher die direkte Verbindung nutzen. Statt in Schwedt einzusteigen und bis Berlin sitzen bleiben zu können, gehört künftig ein Zugwechsel in Angermünde zur Fahrt dazu. Das Land betont allerdings, dass Schwedt weiterhin regelmäßig an Berlin angebunden bleibe und sich die Reisezeit insgesamt nur geringfügig verändern solle.
Land verweist auf deutlich höhere Nachfrage Richtung Ostsee
Als einen Grund für die Neuordnung nennt das Infrastrukturministerium die unterschiedliche Auslastung der Strecken. Nach Angaben des Landes sind zwischen Schwedt und Angermünde täglich rund 1.300 Fahrgäste unterwegs. Auf der Strecke in Richtung Prenzlau und Ostsee liege die Zahl dagegen bei mehr als 4.000 Reisenden pro Tag. Mit dem neuen Konzept soll deshalb insbesondere die stark nachgefragte Verbindung zwischen Berlin und Stralsund verbessert werden.
Für Reisende Richtung Ostsee bringt der neue Fahrplan damit einen deutlichen Vorteil: Der RE3 soll zwischen Stralsund, Angermünde und Berlin künftig durchgehend im Stundentakt verkehren. Dafür verliert Schwedt jedoch seine bisherige zweistündliche Direktverbindung nach Berlin.
Deutlicher Protest in Schwedt
In Schwedt sorgt diese Entscheidung seit Monaten für Widerstand. Bereits im April gab es eine Protestaktion, außerdem wurde eine Petition zum Erhalt der Direktverbindung gestartet. Inzwischen haben mehrere Tausend Menschen die Forderung unterstützt. Stadtverwaltung, Kommunalpolitik und Bürger befürchten, dass der zusätzliche Umstieg die Attraktivität der Bahnverbindung verringert und besonders ältere Menschen, Pendler sowie Reisende mit Gepäck, Fahrrädern oder Kinderwagen belastet.
Beim Bürgerdialog am Schwedter Bahnhof am 24. August bekam Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach den Unmut unmittelbar zu spüren. Seine Erklärung, dass der Fahrplanwechsel nicht mehr zurückgenommen werde, weil die Verkehrsleistungen bereits verbindlich bestellt seien, stieß bei zahlreichen Teilnehmern auf deutlichen Widerspruch und Buhrufe.
Crumbach verteidigte die Entscheidung dennoch. Aus Sicht des Ministeriums werde Schwedt nicht von Berlin abgehängt. Die Verbindung bleibe bestehen – allerdings künftig mit Umstieg. Dass genau dieser Zugwechsel für viele Menschen ein Problem darstellt, räumte der Minister selbst ein. Sollte es im Betriebsablauf notwendig sein, könnten Anschlusszüge in Angermünde nach seinen Angaben gegebenenfalls auf Reisende warten.
Kritik an den Fahrgastzahlen
Auch die vom Ministerium genannten Fahrgastzahlen werden vor Ort kritisch gesehen. Einige Pendler weisen darauf hin, dass bereits heute Menschen aus Schwedt mit dem Auto nach Angermünde fahren und dort in den Zug Richtung Berlin steigen. Als Grund werden unter anderem Probleme mit Anschlüssen und der Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs genannt. Aus Sicht der Kritiker könnten die tatsächlichen Bedürfnisse der Schwedter Bevölkerung deshalb größer sein, als es die reinen Fahrgastzahlen auf dem Abschnitt Schwedt–Angermünde vermuten lassen.
Für die Landesregierung überwiegen dennoch die Vorteile des neuen Gesamtkonzepts. Der stündliche RE3 zwischen Stralsund und Berlin soll mehr Kapazität und einen übersichtlicheren Fahrplan auf der stark genutzten Nord-Süd-Verbindung schaffen.
Für Schwedt bleibt dagegen ein deutlicher Einschnitt: Ab dem 13. Dezember 2026 ist die direkte Zugfahrt nach Berlin Geschichte. Wer in die Hauptstadt möchte, muss künftig in Angermünde umsteigen.
Bild/Foto: Foto: Sneeuwvlakte / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0


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