Comeback nach zehn Jahren: BMO soll Busverkehr in Seelow und Strausberg übernehmen
Für viele Fahrgäste in Märkisch-Oderland könnte der Jahreswechsel 2026/2027 einen sichtbaren Einschnitt bringen. Nach zehn Jahren unter der Regie von mobus soll der Busverkehr in großen Teilen des Landkreises künftig wieder von einem Unternehmen organisiert werden, dessen Name älteren Fahrgästen noch sehr vertraut sein dürfte: der BMO Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH.
Nach aktuellen Informationen hat die BMO die Ausschreibung für das große Linienbündel BUS-MOL/1 gewonnen. Der Kreistag Märkisch-Oderland hatte bereits am 10. Juni 2026 beschlossen, den öffentlichen Dienstleistungsauftrag für den Zeitraum vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2036 an den in den offiziellen Unterlagen zunächst nur als „Bieter des Angebotes Nr. 1“ bezeichneten Bewerber zu vergeben. Inzwischen ist bekannt, dass sich dahinter die BMO verbirgt.
Das ist durchaus eine kleine Verkehrssensation. Denn die BMO war schon einmal für den Busverkehr in der Region verantwortlich. Sie entstand 2005 aus der Strausberger und der Seelower Verkehrsgesellschaft und bediente bis Ende 2016 große Teile des heutigen Liniennetzes. Bei der damaligen europaweiten Ausschreibung verlor die BMO jedoch gegen die heutige mobus. Seit dem 1. Januar 2017 fährt deshalb mobus in den Bereichen Strausberg und Seelow.
Nun drehen sich die Verhältnisse offenbar wieder um: Ab Januar 2027 soll die BMO zurückkehren und mobus ablösen.
Dabei verschwand die BMO nach dem Verlust des Verkehrsvertrages 2016 keineswegs als Unternehmen. Die Gesellschaft blieb bestehen, stellte lediglich den eigentlichen Busbetrieb ein. Der Landkreis Märkisch-Oderland ist bis heute mit 48,83 Prozent an der BMO beteiligt; 51,17 Prozent hält DB Regio. Im aktuellen Anteilsbesitz der Deutschen Bahn wird die BMO mit Sitz in Fürstenwalde weiterhin geführt.
Einer der größten Busaufträge der Region
Bei BUS-MOL/1 geht es nicht nur um einige Stadtbuslinien in Seelow und Strausberg. Das ausgeschriebene Paket umfasst rund 40 Linien und damit einen beträchtlichen Teil des öffentlichen Busverkehrs im südlichen und mittleren Märkisch-Oderland.
Vorgesehen sind mindestens fünf Millionen Nutzkilometer pro Jahr. Über die zehnjährige Vertragslaufzeit kommen damit mindestens 50 Millionen Buskilometer zusammen. In den späteren Ausschreibungsunterlagen wurde zudem ein schrittweiser Leistungszuwachs von bis zu rund 8,5 Prozent vorgesehen. Zum Auftrag gehören klassische Linienbusse ebenso wie Kleinbusse, Pkw und bedarfsgesteuerte Verkehre.
Das Verkehrsgebiet endet auch nicht an der Kreisgrenze. Zum Linienbündel gehören Verbindungen beziehungsweise Teilleistungen in die Nachbarlandkreise Oder-Spree und Barnim, nach Frankfurt (Oder) und bis nach Berlin. Damit betrifft die Vergabe auch wichtige Verbindungen für Berufspendler, Schüler und Fahrgäste, die zwischen Bahn, S-Bahn und Regionalbus umsteigen.
Neben den heutigen Linien sollen die Vorgaben des Nahverkehrsplans 2025 bis 2029 umgesetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem eine bessere Vertaktung wichtiger Verbindungen, eine Weiterentwicklung von Ruf- und Bedarfsverkehren und perspektivisch zusätzliche beziehungsweise verbesserte Verbindungen. Für Fahrgäste ist deshalb nicht nur entscheidend, welches Logo künftig auf den Bussen steht, sondern vor allem, wie sich Fahrplan, Anschlüsse und Takt entwickeln.
Drei Angebote – BMO lag vorn
Bemerkenswert ist auch, dass es offenbar echten Wettbewerb um den Auftrag gab. Nach Angaben der Kreisverwaltung lagen drei Angebote vor. Die Namen der beiden anderen Bieter wurden öffentlich nicht genannt. Bekannt ist allerdings, dass sämtliche eingegangenen Angebote grundsätzlich wertbar waren und keines aufgrund von Ausschlusskriterien sofort aus dem Verfahren genommen werden musste.
Damit steht zugleich fest, dass die bislang zuständige mobus Märkisch-Oderland Bus GmbH den Auftrag für die nächste Vertragsperiode nicht erhalten hat. Mobus gehört vollständig zur Transdev-Gruppe und ist seit Anfang 2017 Betreiber im südlichen Märkisch-Oderland.
Warum ist der Vertrag noch nicht unterschrieben?
Genau hier liegt der derzeit entscheidende Unsicherheitsfaktor. Obwohl der Kreistag die Vergabe bereits beschlossen hat und die BMO als Gewinner feststeht, ist das Verfahren noch nicht vollständig abgeschlossen.
Nach den aktuellen Informationen könnte sich die Vertragsunterzeichnung durch ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer des Landes Brandenburg verzögern. Solche Verfahren ermöglichen es Beteiligten eines Vergabeverfahrens, prüfen zu lassen, ob die gesetzlichen Vergaberegeln korrekt eingehalten wurden. Solange eine entsprechende vergaberechtliche Auseinandersetzung nicht geklärt ist, kann der endgültige Vertragsabschluss blockiert beziehungsweise verzögert werden.
Deshalb ist die Formulierung wichtig: Die BMO soll am 1. Januar 2027 übernehmen. Die politische Vergabeentscheidung ist gefallen, der Betreiberwechsel ist vorgesehen – die endgültige rechtliche Absicherung steht jedoch noch aus.
Interessant ist dabei eine historische Parallele: Als die BMO vor zehn Jahren ihre Verkehrsleistungen an mobus verlor, war sie selbst vor die Vergabekammer gezogen. Die Vergabekammer Brandenburg wies den damaligen Nachprüfungsantrag im August 2016 als unbegründet zurück. Anschließend wurde der Vertrag mit mobus abgeschlossen.
E-Busse sorgten schon während der Ausschreibung für Probleme
Ganz geräuschlos verlief auch die aktuelle Ausschreibung nicht. Anfang 2026 geriet das Verfahren zwischenzeitlich politisch unter Druck, nachdem Fördermittel für die geplante Umstellung auf Elektrobusse nicht wie erhofft zur Verfügung standen. Im Kreistag wurde sogar diskutiert, ob das laufende Vergabeverfahren noch einmal verändert oder gestoppt werden müsse. Schließlich wurde die Ausschreibung jedoch fortgesetzt.
Die Fahrzeugfrage ist für den neuen Vertrag von erheblicher Bedeutung. Heute werden im Bündel BUS-MOL/1 neben den eigenen Fahrzeugen von mobus zahlreiche Busse von Subunternehmen eingesetzt. Eine Untersuchung des Landkreises kam für den bestehenden Verkehr auf mehr als 100 eingesetzte größere Busse, wenn Fahrzeuge der Subunternehmer mitgerechnet werden. Gleichzeitig müssen bei der künftigen Beschaffung die gesetzlichen Vorgaben für saubere beziehungsweise emissionsarme Fahrzeuge berücksichtigt werden.
Welche Fahrzeuge die BMO ab 2027 tatsächlich einsetzen wird, wie groß der Anteil neuer Busse sein wird und in welchem Umfang Elektrobusse zum Einsatz kommen, dürfte deshalb zu den interessantesten Fragen der kommenden Monate gehören.
Für Fahrgäste bleibt der VBB entscheidend
Ein neuer Betreiber bedeutet zunächst nicht, dass sich automatisch das Tarifsystem ändert. Die Buslinien bleiben Bestandteil des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Tickets, Tarifzonen und die grundsätzliche Verknüpfung mit S-Bahn und Regionalverkehr werden deshalb nicht einfach durch den Betreiberwechsel aufgehoben.
Für die Fahrgäste entscheidender werden Änderungen bei Fahrplänen, Linienführungen, Takten und Rufbusangeboten sein. Der neue Verkehrsvertrag verpflichtet den künftigen Betreiber außerdem zu Vorgaben bei Barrierefreiheit, Fahrgastinformation, Vertrieb, Qualität und Zuverlässigkeit.
Nicht betroffen vom Betreiberwechsel ist der gesamte Landkreis. Der nördliche Bereich um Bad Freienwalde gehört zum separaten Linienbündel BUS-MOL/2. Dort soll die Zusammenarbeit mit der Barnimer Busgesellschaft (BBG) ab 2027 über einen eigenen Auftrag fortgesetzt werden.
Ein Betreiberwechsel mit besonderer Geschichte
Damit zeichnet sich in Märkisch-Oderland eine ungewöhnliche Entwicklung ab: Ein Unternehmen, das vor zehn Jahren nach einer verlorenen Ausschreibung praktisch aus dem operativen Busverkehr verschwunden war, steht nun vor der Rückkehr.
Sollte das Nachprüfungsverfahren den Zuschlag nicht mehr verändern, würde die BMO am 1. Januar 2027 einen der größten Verkehrsaufträge der Region übernehmen – mit rund fünf Millionen Kilometern jährlich und einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren. Für mobus wäre damit nach zehn Jahren Schluss als Hauptbetreiber des Linienbündels BUS-MOL/1.
Für die Fahrgäste dürfte am Ende jedoch weniger entscheidend sein, ob BMO oder mobus auf den Fahrzeugen steht. Entscheidend wird sein, ob der Betreiberwechsel tatsächlich zu dem führt, was der neue Nahverkehrsplan verspricht: zuverlässigere Anschlüsse, ein besseres Angebot auf dem Land und einen Busverkehr, der auch ohne eigenes Auto eine echte Alternative darstellt.
Foto: Günthoa Schreyner / Wikimedia Commons – CC BY-SA 4.0
Nach aktuellen Informationen hat die BMO die Ausschreibung für das große Linienbündel BUS-MOL/1 gewonnen. Der Kreistag Märkisch-Oderland hatte bereits am 10. Juni 2026 beschlossen, den öffentlichen Dienstleistungsauftrag für den Zeitraum vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2036 an den in den offiziellen Unterlagen zunächst nur als „Bieter des Angebotes Nr. 1“ bezeichneten Bewerber zu vergeben. Inzwischen ist bekannt, dass sich dahinter die BMO verbirgt.
Das ist durchaus eine kleine Verkehrssensation. Denn die BMO war schon einmal für den Busverkehr in der Region verantwortlich. Sie entstand 2005 aus der Strausberger und der Seelower Verkehrsgesellschaft und bediente bis Ende 2016 große Teile des heutigen Liniennetzes. Bei der damaligen europaweiten Ausschreibung verlor die BMO jedoch gegen die heutige mobus. Seit dem 1. Januar 2017 fährt deshalb mobus in den Bereichen Strausberg und Seelow.
Nun drehen sich die Verhältnisse offenbar wieder um: Ab Januar 2027 soll die BMO zurückkehren und mobus ablösen.
Dabei verschwand die BMO nach dem Verlust des Verkehrsvertrages 2016 keineswegs als Unternehmen. Die Gesellschaft blieb bestehen, stellte lediglich den eigentlichen Busbetrieb ein. Der Landkreis Märkisch-Oderland ist bis heute mit 48,83 Prozent an der BMO beteiligt; 51,17 Prozent hält DB Regio. Im aktuellen Anteilsbesitz der Deutschen Bahn wird die BMO mit Sitz in Fürstenwalde weiterhin geführt.
Einer der größten Busaufträge der Region
Bei BUS-MOL/1 geht es nicht nur um einige Stadtbuslinien in Seelow und Strausberg. Das ausgeschriebene Paket umfasst rund 40 Linien und damit einen beträchtlichen Teil des öffentlichen Busverkehrs im südlichen und mittleren Märkisch-Oderland.
Vorgesehen sind mindestens fünf Millionen Nutzkilometer pro Jahr. Über die zehnjährige Vertragslaufzeit kommen damit mindestens 50 Millionen Buskilometer zusammen. In den späteren Ausschreibungsunterlagen wurde zudem ein schrittweiser Leistungszuwachs von bis zu rund 8,5 Prozent vorgesehen. Zum Auftrag gehören klassische Linienbusse ebenso wie Kleinbusse, Pkw und bedarfsgesteuerte Verkehre.
Das Verkehrsgebiet endet auch nicht an der Kreisgrenze. Zum Linienbündel gehören Verbindungen beziehungsweise Teilleistungen in die Nachbarlandkreise Oder-Spree und Barnim, nach Frankfurt (Oder) und bis nach Berlin. Damit betrifft die Vergabe auch wichtige Verbindungen für Berufspendler, Schüler und Fahrgäste, die zwischen Bahn, S-Bahn und Regionalbus umsteigen.
Neben den heutigen Linien sollen die Vorgaben des Nahverkehrsplans 2025 bis 2029 umgesetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem eine bessere Vertaktung wichtiger Verbindungen, eine Weiterentwicklung von Ruf- und Bedarfsverkehren und perspektivisch zusätzliche beziehungsweise verbesserte Verbindungen. Für Fahrgäste ist deshalb nicht nur entscheidend, welches Logo künftig auf den Bussen steht, sondern vor allem, wie sich Fahrplan, Anschlüsse und Takt entwickeln.
Drei Angebote – BMO lag vorn
Bemerkenswert ist auch, dass es offenbar echten Wettbewerb um den Auftrag gab. Nach Angaben der Kreisverwaltung lagen drei Angebote vor. Die Namen der beiden anderen Bieter wurden öffentlich nicht genannt. Bekannt ist allerdings, dass sämtliche eingegangenen Angebote grundsätzlich wertbar waren und keines aufgrund von Ausschlusskriterien sofort aus dem Verfahren genommen werden musste.
Damit steht zugleich fest, dass die bislang zuständige mobus Märkisch-Oderland Bus GmbH den Auftrag für die nächste Vertragsperiode nicht erhalten hat. Mobus gehört vollständig zur Transdev-Gruppe und ist seit Anfang 2017 Betreiber im südlichen Märkisch-Oderland.
Warum ist der Vertrag noch nicht unterschrieben?
Genau hier liegt der derzeit entscheidende Unsicherheitsfaktor. Obwohl der Kreistag die Vergabe bereits beschlossen hat und die BMO als Gewinner feststeht, ist das Verfahren noch nicht vollständig abgeschlossen.
Nach den aktuellen Informationen könnte sich die Vertragsunterzeichnung durch ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer des Landes Brandenburg verzögern. Solche Verfahren ermöglichen es Beteiligten eines Vergabeverfahrens, prüfen zu lassen, ob die gesetzlichen Vergaberegeln korrekt eingehalten wurden. Solange eine entsprechende vergaberechtliche Auseinandersetzung nicht geklärt ist, kann der endgültige Vertragsabschluss blockiert beziehungsweise verzögert werden.
Deshalb ist die Formulierung wichtig: Die BMO soll am 1. Januar 2027 übernehmen. Die politische Vergabeentscheidung ist gefallen, der Betreiberwechsel ist vorgesehen – die endgültige rechtliche Absicherung steht jedoch noch aus.
Interessant ist dabei eine historische Parallele: Als die BMO vor zehn Jahren ihre Verkehrsleistungen an mobus verlor, war sie selbst vor die Vergabekammer gezogen. Die Vergabekammer Brandenburg wies den damaligen Nachprüfungsantrag im August 2016 als unbegründet zurück. Anschließend wurde der Vertrag mit mobus abgeschlossen.
E-Busse sorgten schon während der Ausschreibung für Probleme
Ganz geräuschlos verlief auch die aktuelle Ausschreibung nicht. Anfang 2026 geriet das Verfahren zwischenzeitlich politisch unter Druck, nachdem Fördermittel für die geplante Umstellung auf Elektrobusse nicht wie erhofft zur Verfügung standen. Im Kreistag wurde sogar diskutiert, ob das laufende Vergabeverfahren noch einmal verändert oder gestoppt werden müsse. Schließlich wurde die Ausschreibung jedoch fortgesetzt.
Die Fahrzeugfrage ist für den neuen Vertrag von erheblicher Bedeutung. Heute werden im Bündel BUS-MOL/1 neben den eigenen Fahrzeugen von mobus zahlreiche Busse von Subunternehmen eingesetzt. Eine Untersuchung des Landkreises kam für den bestehenden Verkehr auf mehr als 100 eingesetzte größere Busse, wenn Fahrzeuge der Subunternehmer mitgerechnet werden. Gleichzeitig müssen bei der künftigen Beschaffung die gesetzlichen Vorgaben für saubere beziehungsweise emissionsarme Fahrzeuge berücksichtigt werden.
Welche Fahrzeuge die BMO ab 2027 tatsächlich einsetzen wird, wie groß der Anteil neuer Busse sein wird und in welchem Umfang Elektrobusse zum Einsatz kommen, dürfte deshalb zu den interessantesten Fragen der kommenden Monate gehören.
Für Fahrgäste bleibt der VBB entscheidend
Ein neuer Betreiber bedeutet zunächst nicht, dass sich automatisch das Tarifsystem ändert. Die Buslinien bleiben Bestandteil des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Tickets, Tarifzonen und die grundsätzliche Verknüpfung mit S-Bahn und Regionalverkehr werden deshalb nicht einfach durch den Betreiberwechsel aufgehoben.
Für die Fahrgäste entscheidender werden Änderungen bei Fahrplänen, Linienführungen, Takten und Rufbusangeboten sein. Der neue Verkehrsvertrag verpflichtet den künftigen Betreiber außerdem zu Vorgaben bei Barrierefreiheit, Fahrgastinformation, Vertrieb, Qualität und Zuverlässigkeit.
Nicht betroffen vom Betreiberwechsel ist der gesamte Landkreis. Der nördliche Bereich um Bad Freienwalde gehört zum separaten Linienbündel BUS-MOL/2. Dort soll die Zusammenarbeit mit der Barnimer Busgesellschaft (BBG) ab 2027 über einen eigenen Auftrag fortgesetzt werden.
Ein Betreiberwechsel mit besonderer Geschichte
Damit zeichnet sich in Märkisch-Oderland eine ungewöhnliche Entwicklung ab: Ein Unternehmen, das vor zehn Jahren nach einer verlorenen Ausschreibung praktisch aus dem operativen Busverkehr verschwunden war, steht nun vor der Rückkehr.
Sollte das Nachprüfungsverfahren den Zuschlag nicht mehr verändern, würde die BMO am 1. Januar 2027 einen der größten Verkehrsaufträge der Region übernehmen – mit rund fünf Millionen Kilometern jährlich und einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren. Für mobus wäre damit nach zehn Jahren Schluss als Hauptbetreiber des Linienbündels BUS-MOL/1.
Für die Fahrgäste dürfte am Ende jedoch weniger entscheidend sein, ob BMO oder mobus auf den Fahrzeugen steht. Entscheidend wird sein, ob der Betreiberwechsel tatsächlich zu dem führt, was der neue Nahverkehrsplan verspricht: zuverlässigere Anschlüsse, ein besseres Angebot auf dem Land und einen Busverkehr, der auch ohne eigenes Auto eine echte Alternative darstellt.
Foto: Günthoa Schreyner / Wikimedia Commons – CC BY-SA 4.0


Kommentare
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu schreiben.