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Altweibersommer 2026: Kommt der Sommer noch einmal zurück?

Autor: @Soundmaxx

Der meteorologische Herbst hat bereits begonnen, doch der kalendarische Sommer dauert noch bis zum 23. September. Nach ungewöhnlich warmen Tagen zieht derzeit deutlich kühlere Luft nach Deutschland.

Bild/Foto: jggrz / Pixabay
Der September ist der Monat zwischen zwei Jahreszeiten. Morgens liegt teilweise schon Nebel über Feldern und Flüssen, die Nächte werden länger und erste Blätter verfärben sich. Gleichzeitig kann die Sonne tagsüber noch erstaunlich viel Kraft entwickeln. Nicht selten fühlt sich ein Septembertag deshalb noch einmal wie Hochsommer an.

Genau für solche längeren sonnigen und warmen Wetterphasen gibt es einen bekannten Namen: Altweibersommer. Gemeint ist damit eine stabile Schönwetterperiode im Frühherbst, die in Deutschland meistens zwischen Mitte September und Anfang Oktober auftritt. Typisch sind viel Sonnenschein, wenig Niederschlag und Temperaturen von mehr als 20 Grad. Gleichzeitig werden die Nächte bereits deutlich kühler und am Morgen bilden sich häufiger Tau, Dunst und Nebel.

Wann ist der Sommer 2026 eigentlich vorbei?

Darauf gibt es gleich zwei Antworten.

Aus Sicht der Meteorologen ist der Sommer bereits beendet. Der meteorologische Sommer umfasst Juni, Juli und August. Seit dem 1. September 2026 befinden wir uns damit bereits im meteorologischen Herbst. Diese feste Einteilung erleichtert Meteorologen den Vergleich von Wetter- und Klimadaten verschiedener Jahre. Der meteorologische Herbst dauert bis zum 30. November.

Astronomisch beziehungsweise kalendarisch sieht es anders aus. Der Sommer endet 2026 erst am Mittwoch, 23. September, um 02:05 Uhr MESZ. Genau in diesem Moment beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Herbst. Die Sonne überquert dabei den Himmelsäquator von Norden nach Süden – es ist die Herbst-Tagundnachtgleiche. Danach werden die Nächte in Deutschland zunehmend länger als die Tage.

Wir können Anfang September also gleichzeitig schon meteorologischen Herbst haben und uns astronomisch noch im Sommer befinden.

Aktuell verabschiedet sich die große Wärme erst einmal

Am 8. September 2026 zeigt sich Deutschland noch einmal zweigeteilt. Während im Norden und Nordwesten bereits kühlere und teilweise regnerische Luft angekommen ist, befinden sich große Teile des Ostens und Südostens noch in sehr warmer bis heißer Luft.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes erreicht eine Kaltfront Deutschland von Nordwesten und sorgt für eine deutliche Abkühlung. In der Südosthälfte bleibt es zunächst noch einmal sommerlich bis heiß. Gleichzeitig können beim Übergang örtlich kräftige Gewitter, Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten.

Die Temperaturunterschiede sind entsprechend groß: An Nord- und Ostseeküste werden teilweise nur etwa 17 bis 20 Grad erreicht, während beispielsweise für Neuruppin und Angermünde rund 25 Grad und für Magdeburg am Dienstagmittag etwa 27 Grad angegeben werden.

Das ist allerdings noch nicht der klassische Altweibersommer, sondern vielmehr das Ende eines sehr warmen spätsommerlichen Wetterabschnitts.

Danach wird es deutlich kühler

Am Mittwoch, 9. September, breitet sich die kühlere Luft weiter über Deutschland aus. Die Höchsttemperaturen liegen vielerorts nur noch zwischen ungefähr 18 und 22 Grad. Dazu kommen Wolken, Regenschauer und teilweise kräftiger Wind. Selbst im Süden werden die zuvor hohen Temperaturen deutlich gedämpft.

Am Donnerstag, 10. September, bleibt das Temperaturniveau vergleichsweise gemäßigt. Im Norden werden häufig etwa 17 bis 20 Grad erwartet. In Teilen West- und Süddeutschlands sind etwa 21 bis 23 Grad möglich. Für Karlsruhe und Mannheim stehen beispielsweise bis zu 23 Grad in der DWD-Prognose, Frankfurt und Würzburg erreichen rund 22 Grad, während München bei etwa 19 Grad liegt.

Auch am Freitag, 11. September, ist zunächst keine neue große Hitzewelle in Sicht. Die Höchstwerte bewegen sich nach aktuellem Stand meistens zwischen ungefähr 18 und 24 Grad. Im Südwesten könnte es dabei am mildesten werden.

Damit bekommt Deutschland zunächst eher einen Vorgeschmack auf den Herbst.

Bedeutet die Abkühlung das endgültige Ende des Sommers?

Nein. Gerade der September ist für große Temperaturschwankungen bekannt. Eine kühlere Phase Anfang oder Mitte des Monats sagt wenig darüber aus, wie sich die zweite Septemberhälfte entwickelt.

Ein echter Altweibersommer entsteht meist dann, wenn sich über Mittel- oder Osteuropa ein kräftiges Hochdruckgebiet festsetzt. Dieses blockiert atlantische Tiefdruckgebiete und lenkt trockene, teilweise recht warme Luft nach Deutschland. Wolken lösen sich auf, der Wind ist meist schwach und die Sonne kann die Luft tagsüber noch kräftig erwärmen.

Bei einer solchen Wetterlage sind im September über 20 Grad völlig normal. Bei besonders günstiger Luftströmung können auch noch einmal 25 Grad oder mehr erreicht werden. Selbst außergewöhnlich hohe Temperaturen sind im September grundsätzlich möglich – allerdings wäre es unseriös, solche Werte für die zweite Septemberhälfte 2026 jetzt bereits konkret vorherzusagen.

Eine genaue Vorhersage für Ende September ist am 8. September noch mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Ob sich tatsächlich ein mehrere Tage anhaltendes Hoch etabliert, lässt sich zuverlässiger erst näher am entsprechenden Zeitraum beurteilen.

Wie warm ist ein typischer Altweibersommer?

Der Deutsche Wetterdienst beschreibt den Altweibersommer als eine Phase schöner und warmer Herbsttage mit Temperaturen über 20 Grad und einer stabilen Hochdruckwetterlage. Gleichzeitig sind die Nächte bereits merklich kühler und Tau wird häufiger.

WetterOnline nennt als typische Merkmale eine Schönwetterperiode von Mitte September bis Anfang Oktober, mehrere sonnige Tage hintereinander und Tageshöchstwerte von mehr als 20 Grad.

Das bedeutet in der Praxis: Nach einem frischen Morgen mit vielleicht nur einstelligen oder niedrigen zweistelligen Temperaturen kann das Thermometer am Nachmittag noch einmal auf 20 bis 25 Grad steigen. Bei besonders warmer Luft sind regional auch Sommertage mit mindestens 25 Grad möglich.

Genau dieser große Unterschied zwischen frischen Morgenstunden und angenehm warmen Nachmittagen gehört zum typischen Charakter des Altweibersommers.

Nebel am Morgen, Sonne am Nachmittag

Ein weiteres Kennzeichen sind Nebel und Dunst. Da die Nächte im September immer länger werden, kann der Boden stärker auskühlen. Feuchte Luft kondensiert, und besonders in Flussniederungen und Tälern entstehen morgens Nebelfelder.

Steigt die Sonne höher, lösen sie sich bei einer stabilen Hochdrucklage häufig wieder auf. Danach folgt ein sonniger, trockener und angenehm warmer Nachmittag. WetterOnline beschreibt dieses Zusammenspiel aus morgendlichem Nebel und anschließendem Sonnenschein als ein klassisches Merkmal des Altweibersommers.

Auch die besondere Lichtstimmung fällt auf: Die Sonne steht bereits deutlich niedriger als im Juni oder Juli. Dadurch wirkt das Licht weicher und goldener – gemeinsam mit den ersten verfärbten Blättern entsteht die typische spätsommerlich-herbstliche Landschaft.

Woher kommt eigentlich das Wort „Altweibersommer“?

Die genaue Herkunft ist überraschenderweise nicht eindeutig geklärt. Der Duden führt das Wort seit dem 19. Jahrhundert und bezeichnet seine Herkunft ausdrücklich als ungeklärt. Neben der heutigen Bedeutung eines sonnigen und warmen Nachsommers bezeichnete „Altweibersommer“ früher auch die langen Spinnfäden, die im Spätsommer durch die Luft schweben.

Und genau diese Spinnfäden spielen bei mehreren Erklärungsversuchen eine wichtige Rolle.

Im September sind auf Wiesen, in Hecken und zwischen Pflanzen besonders viele feine Spinnfäden sichtbar. Im Sonnenlicht glänzen sie silbrig-weiß. Eine volkstümliche Erklärung besagt, dass die Fäden an die langen silbergrauen Haare älterer Frauen erinnern. Daraus könnte die Bezeichnung „Altweibersommer“ entstanden sein.

Eine andere sprachgeschichtliche Erklärung führt das Wort auf ältere Begriffe wie „weiben“ oder „weibon“ zurück, die mit dem Weben, Flattern oder Umhertreiben in Verbindung gebracht werden. Damit wäre ursprünglich nicht die ältere Frau gemeint gewesen, sondern das feine, durch die Luft schwebende Gespinst. Auch diese Erklärung gilt jedoch nicht als abschließend bewiesen.

Die geheimnisvollen Spinnfäden

Hinter den schwebenden Fäden steckt ein faszinierendes Naturphänomen. Kleine Spinnen nutzen ihre Seidenfäden, um sich vom Wind tragen zu lassen. Die Fäden bleiben anschließend an Gräsern, Zweigen, Sträuchern oder Zäunen hängen und werden durch Morgentau besonders gut sichtbar.

Früher entstanden darum zahlreiche Legenden. Die glänzenden Fäden wurden teilweise „Marienfäden“, „Marienhaar“ oder „Marienseide“ genannt. Im christlichen Volksglauben wurden sie mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht. Der Duden führt „Marienfäden“ ebenfalls als alte Bezeichnung für diese Erscheinung.

Wann kommt der Altweibersommer normalerweise?

Ein festes Datum gibt es nicht. Der Altweibersommer ist keine offizielle Jahreszeit und kann weder im Kalender garantiert noch langfristig exakt vorhergesagt werden.

Am häufigsten wird damit eine stabile warme Schönwetterphase von Mitte September bis Anfang Oktober bezeichnet. Manchmal hält sie bis Mitte Oktober an. Wird das Laub zunehmend bunt, spricht man dann häufig eher vom Goldenen Oktober.

Es gibt übrigens auch Jahre ganz ohne ausgeprägten Altweibersommer. Bleiben Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa wetterbestimmend, kann der September kühl, windig und nass verlaufen.

Was bedeutet das für den Altweibersommer 2026?

Für die unmittelbar bevorstehenden Tage sieht es zunächst nicht nach einem klassischen Altweibersommer aus. Die sehr warme Luft wird von einer Kaltfront verdrängt. Bis zum Ende der Woche bewegen sich die Höchsttemperaturen nach derzeitiger DWD-Prognose meist im Bereich von ungefähr 18 bis 24 Grad, regional darunter oder darüber.

Interessanter wird deshalb die Zeit ab Mitte September. Sollte sich dann ein stabiles Hoch über Mittel- oder Osteuropa aufbauen, wäre eine erneute längere Schönwetterphase mit mehr als 20 Grad und regional möglicherweise über 25 Grad durchaus möglich. Ob dies 2026 tatsächlich geschieht, lässt sich derzeit aber noch nicht zuverlässig festlegen.

Fest steht dagegen: Der Sommer ist noch nicht völlig abgeschrieben. Selbst wenn die kommenden Tage bereits herbstlicher ausfallen, besitzt der September noch genügend Kraft für sonnige und warme Nachmittage.

Und vielleicht erleben wir nach der jetzigen Abkühlung tatsächlich noch einmal jene besondere Mischung aus kühlen Morgenstunden, Nebel über den Feldern, glitzernden Spinnfäden und warmer Nachmittagssonne, für die der Altweibersommer seit Jahrhunderten bekannt ist.

Quelle: Redaktion

Autor: @Soundmaxx
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