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Warum Italo in Deutschland zu scheitern droht

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Foto: Peter Broster · Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Ein neuer Konkurrent für die Deutsche Bahn sollte ab 2028 für frischen Wind im deutschen Fernverkehr sorgen. Doch der italienische Hochgeschwindigkeitsanbieter Italo stößt auf erhebliche Hindernisse. Ein Gerichtsurteil, überlastete Bahnstrecken und fehlende Planungssicherheit gefährden den geplanten Einstieg.

Große Pläne für den deutschen Fernverkehr

Mit modernen Hochgeschwindigkeitszügen, attraktiven Preisen und einem verbesserten Service möchte das italienische Bahnunternehmen Italo der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. In Italien hat das Unternehmen bereits gezeigt, dass ein privater Anbieter erfolgreich gegen eine staatliche Bahngesellschaft antreten kann. https://www.anbita.com/weihnachten/

Für Deutschland plant Italo ab 2028 unter anderem Verbindungen zwischen München, Köln und Dortmund sowie zwischen München und Berlin. Insgesamt waren bis zu 56 überwiegend tägliche Zugfahrten vorgesehen.

Dafür nimmt der Konzern viel Geld in die Hand. Im Juli 2026 wurde ein Milliardenauftrag mit Siemens über zunächst 26 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Velaro Multi System bekannt. Die Fahrzeuge sollen unter anderem im Siemens-Werk in Krefeld entstehen.

Doch moderne Züge allein reichen nicht aus. Sie benötigen auch geeignete Strecken und verlässliche Fahrzeiten.

Deutsche Bahn gewinnt vor Gericht

Der entscheidende Rückschlag kam am 8. Oktober 2026. Das Verwaltungsgericht Köln erklärte eine wichtige Wettbewerbsregel der Bundesnetzagentur für rechtswidrig. https://link.amazon/B06Yoeb1Q

Die Bundesnetzagentur wollte erreichen, dass auf besonders stark ausgelasteten Fernverkehrsstrecken ein Teil der verfügbaren Kapazitäten für konkurrierende Bahnunternehmen freigehalten wird.

Damit hätte Italo bessere Chancen erhalten, attraktive Zugverbindungen anzubieten.

Die Deutsche Bahn beziehungsweise ihre Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO wehrte sich jedoch gerichtlich gegen diese Vorgabe – mit Erfolg.

Das Gericht stellte fest, dass die konkrete Wettbewerbsregel keine ausreichende rechtliche Grundlage habe und außerdem nicht geeignet sei, die gewünschten Investitionsanreize zu schaffen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Italo grundsätzlich nicht in Deutschland fahren darf. Vielmehr ist eine wichtige Möglichkeit weggefallen, dem Unternehmen einen leichteren Zugang zu begehrten Zugtrassen zu verschaffen.

Das deutsche Schienennetz ist bereits überlastet

Ein weiteres großes Problem ist die deutsche Bahninfrastruktur.

Auf vielen Hauptstrecken fahren bereits zahlreiche ICE, Intercity-, Regional- und Güterzüge. Hinzu kommen Baustellen, sanierungsbedürftige Anlagen und Engpässe an wichtigen Bahnknoten.

Ein neuer Bahnanbieter benötigt sogenannte Zugtrassen. Darunter versteht man das Recht, eine bestimmte Strecke zu einer festgelegten Zeit zu befahren.

Gerade auf wirtschaftlich interessanten Verbindungen sind solche Trassen knapp.

Italo kann deshalb nicht einfach neue Hochgeschwindigkeitszüge auf die Schienen schicken. Das Unternehmen muss zunächst passende Fahrplanlagen erhalten, die einen zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen.

Milliardeninvestitionen ohne ausreichende Sicherheit

Für Italo ist besonders problematisch, dass Zugtrassen in Deutschland grundsätzlich im Rahmen der jährlichen Netzfahrplanung vergeben werden.

Wer mehrere Milliarden Euro in neue Züge investiert, muss jedoch langfristig kalkulieren können.

Schließlich müssen die Fahrzeuge über viele Jahre eingesetzt werden, damit sich die hohen Anschaffungskosten rechnen.

Italo fordert deshalb bessere und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen. Ohne ausreichende Planungssicherheit besteht das Risiko, dass neue Züge bereitstehen, aber nicht wie geplant eingesetzt werden können.

Genau diese Unsicherheit gehört zu den größten Hindernissen für den Einstieg in den deutschen Fernverkehr.

Auch die Deutsche Bahn befürchtet Nachteile

Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG betrachten den geplanten Wettbewerb nicht ausschließlich positiv.

Ihre Befürchtung: Neue Anbieter könnten sich vor allem auf besonders profitable Strecken zwischen großen Städten konzentrieren.

Verliert die Deutsche Bahn dort Fahrgäste und Einnahmen, könnte dies den wirtschaftlichen Spielraum für weniger rentable Fernverkehrsverbindungen einschränken. https://link.amazon/B0cCLTRVd

Davon könnten insbesondere kleinere Städte betroffen sein.

Allerdings ist dies zunächst eine Befürchtung und keine bereits eingetretene Entwicklung. Ob und in welchem Umfang tatsächlich Verbindungen wegfallen würden, lässt sich derzeit nicht sicher vorhersagen.

Für die Fahrgäste könnte zusätzliche Konkurrenz dagegen niedrigere Ticketpreise, bessere Angebote und einen höheren Servicestandard bedeuten.

Ist Italo in Deutschland bereits gescheitert?

Nein. Trotz der gerichtlichen Niederlage hat Italo seinen Markteintritt nicht abgesagt.

Im Oktober 2026 erklärte das Unternehmen ausdrücklich, dass es weiterhin an seinem Ziel festhalte, ab 2028 im deutschen Fernverkehr tätig zu werden.

Auch die Investitionen in neue Hochgeschwindigkeitszüge sprechen dafür, dass Italo seine Pläne ernsthaft weiterverfolgt.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob Italo grundsätzlich auf deutschen Schienen fahren darf, sondern unter welchen wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen ein erfolgreicher Betrieb möglich wird.

Fazit: Der Wettbewerb scheitert bisher an den Rahmenbedingungen

Der Fall Italo zeigt, wie schwierig der Einstieg neuer Unternehmen in den deutschen Schienenfernverkehr ist.

Während in Italien der Wettbewerb zwischen verschiedenen Hochgeschwindigkeitsanbietern bereits funktioniert, kämpfen neue Anbieter in Deutschland mit knappen Streckenkapazitäten, komplizierten Vergaberegeln und unzureichender langfristiger Planungssicherheit.

Das Urteil aus Köln bedeutet noch nicht das endgültige Aus für Italo. Es macht den Einstieg allerdings deutlich schwieriger. https://www.anbita.com/wetter/

Für Reisende wäre ein erfolgreicher Markteintritt eine interessante Entwicklung. Mehr Wettbewerb könnte für günstigere Fahrkarten und besseren Service sorgen.

Ob Italo ab 2028 tatsächlich wie geplant fährt, hängt nun wesentlich davon ab, ob das Unternehmen ausreichend geeignete Zugtrassen erhält und die verbleibenden rechtlichen sowie betrieblichen Hindernisse überwinden kann.
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